Was ist Life-Centered Design?
Life-Centered Design ist ein Gestaltungsansatz, der nicht nur den Menschen in den Mittelpunkt stellt, sondern das gesamte Leben – also auch andere Lebewesen, Ökosysteme und zukünftige Generationen.
Ich gestalte mit dem Bewusstsein, dass jedes Produkt und jede Entscheidung in ein größeres Gefüge eingebettet ist. Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen – nicht nur für Funktion und Ästhetik, sondern auch für Wirkung, Materialkreislauf und Beziehung zur Umwelt.
Was ist Biomimicry?
Biomimicry bedeutet: von der Natur lernen – und nicht nur über sie zu verfügen.
Es geht darum, natürliche Prinzipien zu beobachten und sie in Design, Technik oder Architektur zu übersetzen. Die Natur hat über Milliarden Jahre Strategien entwickelt, um effizient, regenerativ und harmonisch zu funktionieren. Diese Prinzipien können wir übertragen – in Materialien, Prozesse, Formen oder Systeme.
Ein Beispiel? Ein Blatt reinigt sich selbst. Eine Termitenburg reguliert ihr Innenklima ohne Strom. Ich frage mich: Wie können wir gestalten, ohne der Erde zu schaden – sondern in Resonanz mit ihr?
Was ist Bionik – und wie unterscheidet sie sich von Biomimicry?
Bionik ist die Verbindung aus Biologie und Technik. Hier geht es oft darum, konkrete Lösungen aus der Natur technisch nachzubauen – zum Beispiel ein Klettverschluss nach dem Vorbild der Klette.
Biomimicry geht weiter: Es ist auch eine ethische Haltung. Es fragt nicht nur Was kann ich übernehmen?, sondern auch Wie kann ich kooperieren?
Ich arbeite an der Schnittstelle von beidem: Ich analysiere natürliche Prinzipien – und übersetze sie gestalterisch, handwerklich, künstlerisch.
Was hat Biomimicry mit Nachhaltigkeit zu tun?
Sehr viel.
Biomimicry ist gelebte Nachhaltigkeit, weil sie auf Prinzipien basiert, die in der Natur seit Jahrmillionen funktionieren – kreislauffähig, sparsam, angepasst. Statt Energie zu verschwenden, nutzt die Natur Struktur. Statt Abfall zu erzeugen, wird alles wiederverwertet.
In meiner Arbeit bedeutet das z. B.:
- lokal verfügbare Materialien nutzen
- mit regenerativen Prozessen arbeiten
- Gestaltung als Teil von Ökosystemen denken
- statt nur „weniger schlecht“: mehr verbunden
Warum heißt dein Studio "Horizont & Sphäre"?
Der Name Horizont & Sphäre verbindet zwei Pole, zwischen denen ich gestalterisch arbeite: Der Horizont steht für die Linie – für das Zeichnen, das Beobachten, das Arbeiten in der Fläche. Die Sphäre steht für die Kugel – für Raum, Volumen, für das Dreidimensionale. So beschreibt der Name ganz konkret meine gestalterischen Mittel: zwischen 2D und 3D, zwischen Linie und Körper, zwischen Skizze und Objekt.
Horizont & Sphäre ist auch ein poetisches Bild. Der Horizont meint für mich den weiten Blick, die Offenheit für das, was jenseits der sichtbaren Grenze liegt. Und die Sphäre steht für mehr als Geometrie – sie ist der Raum, in dem wir leben: ein Ökosystem, eine Atmosphäre, ein Beziehungsgefüge. Der Name bringt damit zusammen, was mir wichtig ist: die genaue Beobachtung der Welt, die Freude an der Form – und eine Haltung, die Gestaltung als Teil eines größeren Ganzen versteht.